Und jetzt wird alles anders - die Kita beginnt!

Und jetzt wird alles anders - die Kita beginnt!

Gepostet von Marianna Wegner on 30.08.22

Es fühlt sich an wie Kalt- und Warmduschen zugleich. Auf einmal wird’s zu heiß und dann springt man bibbernd aus der Wanne, weil einem die Adern gefrieren. So war’s bei mir - mehr oder weniger - als ich meine 3 Kids irgendwann in eine familienergänzende Betreuung gegeben habe. Egal, ob es sich nun um einen großen Kindergarten, eine Tagespflege oder 1zu1 Betreuung handelt. Das eigene Kind in die Obhut Fremder zu geben, ist immer ein aufregender Schritt mit einer Berg- und Talfahrt der Gefühle. Ich habe in meinen Entscheidungen sehr viel auf mein Baugefühl oder meine innere Stimme gehört. Fühlt sich etwas gut an, dann war es meist die richtige Entscheidung. Und ich habe mit den Jahren gelernt loszulassen und zu Vertrauen. Denn, wenn ich den Erzieher_innen Vertraue und mit Wohlwollen statt Skepsis begegne, dann spürt mein Kind das und die Trennung und Umstellung fällt uns beiden leichter. Und das steht auch nicht im Widerspruch Dinge anzusprechen, die mir ein mulmiges Gefühl machen. Auch da habe ich gelernt: gleich ansprechen und klären! Meist löst sich das Problem dann sehr schnell, oder ich habe zumindest den Weg für Handlungsoptionen bereitet. Tja, und wie wir alle wissen, bringt so ein Schritt in einen neuen Lebensabschnitt neben Gefühlschaos auch tausend organisatorische Dinge mit sich. Papiere für den Kita-Gutschein, Neuorientierung im Job, neue Tagesstrukturen und was auch immer da noch so bei uns allen los ist. Und dann stehen ganz viele Eltern ratlos in meinem Laden mit der Frage: „Mein Kind kommt in die Kita. Und ich weiß gar nicht, was brauche ich denn jetzt alles wirklich?“. In den Händen laaaaange Listen an Sachen die dringend Notwendig seien und in den Köpfen Horrorgeschichten anderer Eltern von Monsterflecken in den besten Kleidungsstücken, zerfetzten Hosen nach dem letzten Kita-Ausflug, Verbotsanzeigen der Kita für Bändel, Kordeln, Schnüre, Strampler, und was ihnen noch so einfällt. Und am Ende bleibt doch eine große Ratlosigkeit, worin es sich wirklich lohnt an Kitakleidung zu investieren, was erlaubt und was vielleicht doch etwas übertrieben ist.

Aus meiner Erfahrung mit drei energiegeladenen Mädels kann ich euch sicherlich kein Patentrezept geben, aber vielleicht doch so eine kleine Leitlinie mit der du dich etwas sortieren kannst.

Auf jeden Fall wirst du ein kleines Fach bekommen, in dem du Wechselsachen in der richtigen Größe für dein Kind hinterlegen wirst. Das solltest du auf jeden Fall tun. Denn ja unsere Kleinen kleckern, spritzen mit Wasser oder es geht mal etwas durch die Windel. Packe in die Wechselkiste 2-3 T-Shirts beziehungsweise Bodys, 2-3 Longsleeves, 2 Hosen, Socken, Strumpfhosen und wenn dein Kind schon Trocken ist auch ein paar Schlüpfer. Baumwolle, Leinen und Bambusviskose (speziell für den Sommer interessant) sind leicht in der Pflege und eignen sich hierfür sehr gut. Dennoch würde ich auch in der Kita nicht auf BodysLogsleeves und Strumpfhosen aus Wolle und Wolle-Seide verzichten. Die Temperatur regulierenden Eigenschaften und das Verhindern von Schwitzen sind besonders in der Kita Gold wert, wo die Erzieher_innen nicht immer Zeit haben, bei jedem Kind zu prüfen ob jetzt genug oder zu viel Schichten angezogen sind. Wenn du bedenken wegen der Pflege der Woll-Produkte hast, dann nutze sie als unterste Schicht direkt auf der Haut, das ist insbesondere im Herbst und Winter wichtig. Aber auch hier möchte ich dir die Ängste bezüglich der Pflege nehmen. So viele Firmen haben mittlerweile tolle Wollprodukte, die Maschinenwaschbar und in der Pflege wirklich unkompliziert geworden sind. Ein besonders großes unkompliziertes Woll-Sortiment hat Joha und für Strumpfwaren brenne ich ich für MP Denmark. Die tragen nicht nur unsere Kinder, sondern auch mein Mann und ich am liebsten.

Wenn du zu Hause gerne Strampler anziehst, bin ich voll bei dir und will dich ermutigen dies zu Hause weiter zu machen. In der Kita sind dir die Erzieher_innen dankbar, wenn du auf schnell an- und ausziehbare Hosen umsteigst. Pumphosen sind besonders bequem und easy beim Ankleiden. Da gibt es auch schnell erste Erfolge beim selbstständigen An- und Ausziehen der Kinder. Denn auch das ist ein großes Thema in der Kita: die Selbstständigkeit der Kinder.

Und dann dürfen natürlich Hausschuhe nicht fehlen. Sie sind sogar ein Muss, da gerade in den Nassräumen große Rutschgefahr besteht. Achte auf schön weiche Hausschuhe mit einer flexiblen Sohle. Besonders beliebt sind Lederschühchen. Für den Herbst und Winter gibt es es diese auch mit Wolle für schön warme Füße. Hausschuhe mit Klett oder einem weichen Bündchen lassen sich auch durch die Kinder selbständig leicht an- und ausziehen. Einige Eltern bevorzugen Stoppersocken, jedoch hat die Erfahrung gezeigt, dass viele Kitas diese nicht gerne sehen, da sie beim Kleckern oder im Bad nicht vor nassen Füßen schützen.

Und dann braucht ihr natürlich noch etwas für den Outdoorbereich. Ich habe immer ein Regenset aus JackeHose und Regenstiefeln in der Kita stehen. Zu Groß ist die Gefahr, dass es doch mal regnet und wir die Sachen zu Hause vergessen haben. Eine wasserdichte Regenhose hängt in der Kita. Für den Alltag zu Hause und drum rum habe ich alternativ eine wasserabweisende aber atmungsaktive Hose zu Hause. Trockenes Toben bei feuchtem Wetter ohne Schwitzen geht damit perfekt! Klassische Regenkleidung würde ich immer nur direkt im Regen oder zum Pfützenhüpfen anziehen. Wenns nur leicht regnet oder nur feucht draußen ist, dann Schwitzen die Kinder zu schnell darin. In der Übergangszeit empfehle ich entweder Funktionsjacken oder die bunten wasserabweisenden BaumwolljackenHosen und Overalls von Loud+Proud. Im fortgeschrittenen Herbst und Winter geht nichts über Wolle. Ist dein Kind schon Trocken? Dann nimm für den leichteren Toilettengang Wollhose und Wolljacke. Bei Windelkindern ist der Wolloverall perfekt, da hier alles schön Windlicht abgeschlossen ist. Bei Bedarf kann sowohl über die Hosen- als auch Overallvariante eine Regenhose schnell drüber gezogen werden. Ich empfehle meist ungefütterte Regenkleidung, da ihr sie über das ganze Jahr nutzen könnt. An kälteren Tagen einfach eine Schicht Wolle drunter anziehen! So braucht ihr ein Regenset weniger im Jahr ;-)

Trockene Füße garantieren dir gute Regenstiefel. Achte darauf, dass sie schön Flexibel sind und eine weiche Sohle haben. Bei kleinen Kindern solltest du auf einen niedrigen Schaft achten, damit sie gut laufen können. Gummistiefel aus Kautschuk sind etwas Atmungsaktiv und haben keinen Plastikabrieb. Für Herbst und Winter gibt es tolle Thermostiefel mit Wollfütterung.

Ich habe zur Sicherheit immer eine Mütze, ein Halstuch und in der kalten Jahreszeit auch ein paar einfache Handschuhe in der Garderobe der Kita liegen. Viele Kitas wollen keine Bändel wegen Strangulationsgefahr. Lass dich daher wegen der Mützengröße gut beraten, damit sie auch ohne Bändel gut sitzt und nicht verrutscht. Besonders gern gesehen und einfach ein der Handhabung sind Schlupfmützen in allen Variationen.

Neben all den praktischen Sachen, solltest du nicht zuletzt auch auf jeden Fall etwas persönliches von zu Hause mitnehmen und dort haben. Vielleicht habt ihr ja eine Kuscheldecke, die ihr schon als Baby genutzt habt und die jetzt als Konstante mit in die Kita gehen kann? Oder es gibt ein kleines Kuschelkissen als Einstandsgeschenk für die Kita! Dieses kann dann auch direkt für den Mittagsschlaf genutzt werden. Ein kleiner Rucksack oder Turnbeutel macht die Kinder nicht nur Stolz auf ihrem Gang zur Kita, sondern ist unheimlich praktisch, um das Lieblingskuscheltier und die Trinkflasche einzupacken. Außerdem wird in Kitas gern gebastelt und ihr werdet sicherlich darin viele kleine Geschenke mit nach Hause gebracht bekommen.

Im besten Fall beschriftet eure Sachen mit wasserfesten Stiften oder speziellen Namensaufklebern. Dann findet sich vieles leichter.

Ob ihr Zahnbürsten und Zahnpasta braucht hängt individuell von der der Kita ab. Viele Kitas stellen die Produkte zur Zahnhygiene selbst. Wenn du besondere Vorlieben und Ansprüche hast, packe das Set am besten selbst zusammen und gebe es mit in die Kita. Windeln und Feuchttücher musst du auf jeden Fall mitbringen und immer darauf achten, dass der Vorrat in eurem Fach ausreichend bestückt ist.

Und das allerwichtigste: Es muss nicht alles sofort perfekt sein. Du musst nicht alles beim ersten Tag parat haben. Schau Schritt für Schritt, wie ihr in der Kita ankommt und hör auf deine und vor allem die Bedürfnisse deines Kindes.

Hast du noch Fragen? Habe ich etwas vergessen? Hast du noch einen ultimativen Tipp? Ich freue mich über deine Kommentare und Anregungen! Lasst uns gegenseitig unser Wissen und unsere Erfahrungen austauschen und uns unterstützen.